Logo

 

Plato"...Das Zeitalter der Psychotherapie als Reparatur für eine defekte Psyche geht nun zu Ende. Wir sehen, dass die Methoden und Psychotechniken nicht mehr als eine zeitweilige Linderung der Beschwerden gebracht haben, nicht jedoch die Befreiung aus dem Leiden selbst. Wir brauchen einen grundlegenden Perspektivenwechsel.

Die neue Perspektive blickt durch die üblichen Identifikationen und Konditionierungen hindurch und richtet die Aufmerksamkeit auf die spirituelle Dimension des Menschen, die hinter dem Vordergründigen liegt. Unabhängig davon, welche Begriffe wir hier verwenden, um diese Dimension zu bezeichnen, ob wir von der Göttlichkeit sprechen, der wahren Natur, dem Innersten der Seele, dem höheren Selbst, ob wir es Buddhanatur oder Christuswesen nennen, wir richten den Blick auf die unvergängliche Wahrheit, die jeder und jede als Wirklichkeit im Innersten des eigenen Wesens erfahren kann...". weiterlesen

Vom Ich zum Du zum Wir

...durch die Welt der Formen hindurchschauen

0.  
Einführung
1.  
Vom Wundern: 
     Wunder der Evolution, Bewusstsein, Gewohnheiten im
     Kleinen, wie in größeren Zusammenhängen 
2.  
What you get is not what you see.
     What you see is not what you get:

     Wie wir mit unserem Gehirn 
     die Wirklichkeit modellieren und erschaffen.
     Materie in Form von neuronalen Netzwerken, Neuropeptiden,
     Enzymen als Teil des Bewusstseins.
3.  
Hologramm der Illusionen:
     Innere Landkarte, Entwicklungen von Erwartungen und Bewertungen            aufgrund natürlicher und persönlicher Lebensphasen
4.  
Evolution: Prinzipien, Formen, Stufen: Materiell, biologisch,      kulturell
5.  
Auf den Spuren des Wolfes - Der Weg ins Unbekannte: 
     Lernen, Lehren, Lernen, Werden
6.  
Praxis (Übungen, Anleitungen)

 

1. Vom Wundern


Erinnern sie sich noch? …an den großen Knall, als Sie auf diese Erde gekommen sind?  …wie sie ihren Anfang in Form von Ei- und Samenzelle nahmen? Nein? Wie Sie sich geteilt haben, Zelle um Zelle zu einem Zellhaufen? …und wie Sie sich aus diesem Zellhaufen anfingen zu differenzieren und zu spezialisieren? Wie Sie sich aus dieser Differenzierung und Spezialisierung zu sogenannten Keimblättern, als Mesoderm, Ektoderm und Endoderm bezeichnet, entwickelten? …und daraus weiter jeweils zu hoch spezialisierten Systemen, wie Knochen, Bindegewebe, Herz, Nieren, Haut, Nerven, Sinnesorgane, Leber, Lunge, Magen, Darm…?

Wie bitte? Sie erinnern sich nicht, wie sie mal eben in einem neunmonatigen Zeitraffer die Entwicklung von 2,5 Mrd. Jahren Evolution durchlaufen haben? Über die verschiedenen Stadien von Einzeller, zum Vielzeller, Fisch, Reptil und weiter zum Säugetier und Menschen? Wie sich Stufe um Stufe ihre lebendige Organisation als Mensch vergrößerte, ausweitete, differenzierte? ...Und wie Sie schließlich das Licht dieser Welt erblickt haben und anfingen ihre Lungen zum Atmen zu benutzen.

Natürlich erinnern Sie sich nicht. Jedenfalls nicht bewusst. Unsere Fähigkeit, uns selbst wahrzunehmen, zu betrachten, zu erkennen, Zeit, Raum und Veränderung zu bemerken sind während dieser Entwicklungsphase noch nicht vorhanden. Sie entwickeln sich erst im Laufe der ersten 2 – 2 ½ Lebensjahre.
Ich komme in einem späteren Kapitel genauer darauf zurück.

Bewusstsein als solches, sprich, sich seiner selbst bewusst zu sein, ist evolutionär noch recht jung. Wir können einerseits davon ausgehen, daß es sich mit den Anfängen von Sprache gerade mal vor 2 Millionen Jahren angefangen hat herauszubilden.

Wir können aber auch die paradoxe Frage stellen, ob uns diese Dinge unbewusst durchaus bewusst sind? Gibt es sozusagen ein absolutes Bewusstsein, in dem alle Phänomene, Ereignisse des Universums, des Seins, der Geschichte, dessen von dem wir uns kein Bild machen sollen, gespeichert, immer während existent sind? Ein Feld der Information, der Energie, in dem, vergangene Ereignisse, alles was sich jemals im Universum ereignet hat, weiterhin vorhanden ist und damit unserem bewussten Bewusstsein zugänglich, verfügbar? Alles, was sich jemals erschaffen hat, bzw. erschaffen worden ist? Und noch weiter gedacht und gefragt: Sind in diesem Feld der Informationen auch alle zukünftigen Möglichkeiten, Ereignisse und Formen schon vorhanden? 


 

2. What you get is not what you see


Gibt es ein Geräusch, wenn es niemanden gibt, der es hört? 
Aus unserem Alltagsverständnis, unserem Alltagsbewusstsein, würden wir sagen: Klar, das Geräusch ist doch da. Wenn ein Baum umfällt und Krach macht, macht er das doch auch, wenn es niemand sieht oder hört. 
Fangen wir bei Schallwellen an: sind Schallwellen als solche schon als ein Geräusch zu verstehen?

Eine kleine Geschichte aus meinem Erfahrungsbereich  des Hörens, um uns dem Thema anschaulich zu nähern.
Durch das aktive, bzw. aufmerksame Hören von Musik mit englischen Texten habe ich eindrücklich gelernt, wie sich Hören von Hören unterscheiden kann. 
Bis zu meinem 32 Lebensjahr konnte ich weder die englischen Songtexte verstehen, noch war ich fähig, der Musik selbst mehr als nur einen undifferenzierten Brei in meiner Wahrnehmung abzugewinnen. Dies war mir damals allerdings, und so ist es wenn wir keinen Vergleich haben, der Fisch bemerkt zuletzt, dass er im Wasser schwimmt, nicht bewusst. Das ich die englischen Texte nicht verstand, war mir schon klar. Den Unterschied kannte ich ja! Ich hatte einen Vergleich zwischen „Sprache verstehen“ und „Sprache nicht verstehen“, akustisch wie inhaltlich.
Zusätzlich bemerkte ich, wie eine Freundin beispielsweise sehr leicht die meisten Songtexte verstand. Das ich den Brei als Brei wahrnahm, war mir allerdings nicht bewusst. Wie denn auch?! Ich hatte weder einen Vergleich, noch eine andere Vorstellung über die ich einen Unterschied hätte bemerken können.
Den erwähnten Brei empfand ich mehr oder weniger sympathisch, bzw. angenehm oder unangenehm. Er beschwingte mich oder auch nicht. Mit anderen Worten, auf der Ebene von Empfindung gab es ein Bewusstsein. Auf dieser Ebene von Bewusstsein gibt es allerdings nur wenig Variationsbreite. Hier geht es um „fühle ich mich wohl“ oder „fühle ich mich unwohl“. Man könnte auch sagen, denn letztendlich geht es immer um das Thema, was ernährt mich, sättigt mich, macht mich zufrieden, stärkt mich. Ist etwas lecker oder weniger lecker. Vielleicht auch noch sehr lecker, mittel lecker, weniger lecker, ungenießbar. Sehr undifferenziert, wie ich heute weiß. Brei eben. So in etwa das Niveau eines Pantoffeltierchens.

Heute erkenne und verstehe ich die englischsprachigen Texte. Ich höre den Rhythmus und ich kann die einzelnen Instrumente wahrnehmen und voneinander unterscheiden. Sogar kleine eingespielte Klings und Blings dringen in mein musikalisches Bewusstsein. 

Wie und wieso hat sich meine Wahrnehmung und auch mein Bewusstsein so verändert?

Die Antwort ist einfach, kurz und klar: 
Meine Hardware in Form von neuronalen Netzwerken hat sich neu gebildet und strukturiert. 
Synapsen, das sind Verbindungen von Nervenzellen untereinander, sind durch das Erfahren und Verarbeiten, durch eine bewusste und aktive Auseinandersetzung mit Musik und englischer Sprache entstanden, gewachsen. Und diese Hardware bildet durch die Vielfältigkeit der möglichen Verknüpfungen und Verbindungen gleichzeitig eine Art Software.

(Neugierig geworden? 
Sie möchten weiterlesen?
Schreiben Sie mir - Ihre Gedanken, Fragen, Anregungen.
Unter allen Beteiligten verlose ich 10 Gratisexemplare, sobald das Buch erschienen ist.)


Rilke - Demut, Geduld und Klarheit

Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen, die, wie jeder Fortschritt, tief von innen kommen muss und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann. Alles ist austragen und dann gebären. Jeden Eindruck und jeden Keim eines Gefühls ganz in sich, im Dunkel, im Unsagbaren, Unbewussten sich vollenden lassen und mit tiefer Demut und Geduld die Stunde einer neuen Klarheit abwarten. Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit. 
Und ich möchte Sie, so gut ich es kann bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein...